Mit LiFePO4 endlich autark im Wohnmobil

Mit LiFePO4 endlich autark im Wohnmobil

Anfang des Jahres war ich mit meiner Lebensgefährtin auf unserer Europa-Reise quer durch Frankreich nach Portugal unterwegs.
Den ersten Halt zu Beginn unserer Tour mussten wir in noch in Deutschland machen. Da es noch Ende Februar, Anfang März war, waren auch die Temperaturen dementsprechend kühl.
Wir standen an einem Stellplatz und ließen abends noch die Dieselheizung laufen. Zusätzlich hatten wir noch den Boiler eingeschaltet, da wir auch warmes Wasser im Wohnmobil haben wollten.
Im Glauben, dass wir nach ein paar Stunden Schlaf dann eine erfrischende Dusche am nächsten Morgen nehmen konnten, begaben wir uns ins Bett.

Und wachten dann knappe vier Stunden später wieder auf, weil es doch deutlich kälter geworden war und wir froren.

Die Ursache? Die Batterie hatte sich entladen.
Und ich stand auch an einem Platz ohne Landstrom.

Das Problem einer Bleibatterie

Jeder Wohnmobilbesitzer hat in seinem Fahrzeug irgendwo Batterien verbaut. Meistens befindet sich die Fahrzeug-Batterie unter dem Fahrersitz und die Aufbau-Batterie unter dem Sitz des Beifahrers.
Während die Fahrzeug-Batterie für die Elektronik des Fahrzeugs bestimmt ist, beispielsweise des Autoradios und anderer elektronischer Einrichtungen, dient die Aufbau-Batterie dem Betrieb der Energieverbraucher im Wohnbereich. Seien es die Lampen, der Kühlschrank oder gar der 12v-Steckdosen.

Gerade bei älteren Fahrzeugen handelt es sich bei den Batterien um zumeist Bleibatterien.
Während der einfacheren Technik zur Ladung solcher Batterien, hatten sie noch einen Vorteil: Der Preis!

Doch rechtfertigt ein niedriger Preis das hohe Gewicht, dass eine Bleibatterie mitbringt?
Oder die maximale Nutzladung von nur 40%?

In meinen Augen: Nein!

Ich erkläre meine Ansicht mal an meinem Beispiel:

In meinem fast 10 Jahre altem Wohnmobil auf Ford-Transit Basis hatte ich eine Bleibatterie mit 105 Ah verbaut.
Selbst wenn die Batterie voll aufgeladen war, konnte ich 40% bis maximal 50% der Ladung verbrauchen, da die Batterie anschließend als entladen galt.

Das bedeutet: von den 105 Ah standen mir nur max. 50 Ah zur Verfügung.
Ließ ich nun meine Dieselheizung laufen, so verbraucht diese grob gerechnet 5 Ah. Somit könnte ich theoretisch nur 10 Stunden für Wärme in meinem Fahrzeug sorgen.
Jeder weitere Verbraucher, reduziert dementsprechend die Nutzungsdauer des zur Verfügung stehenden Stroms.

Möchte man nun sein Handy laden, das Tablet der Partnerin an der Ladestation hängen lassen, den Fernseher laufen lassen und es gleichzeitig noch warm haben, so wird der Abend schnell vorbei sein.

Eine Lithiumbatterie muss her!

Konnte ich unser Problem auf der Reise noch damit lösen, dass ich direkt ein paar Stunden gefahren bin und die Batterie über die Lichtmaschine des Wohnmobils aufladen ließ, ließ mich die generelle Problematik mit Bleibatterien nicht mehr los.

Als ich dann im Herbst mit dem Wohnmobil zur Arbeit fahren musste und eine Nacht auf dem Parkplatz der Klinik verbrachte, fiel mir wieder die Heizung aus, da die Batterie nun endgültig den Geist aufzugeben schien und dauernd nur noch eine Leistung von 20 bis 30 Ah abgab.

Es musste so schnell wie möglich ein Ersatz her, da ich im Herbst wieder eine Reise plante.

Doch welche Batterie sollte ich nehmen?
Soll es wieder eine Bleibatterie werden, da sie günstig in der Anschaffung war und mein Elektroblock im Fahrzeug darauf eingestellt war, sodass ich diese Eins zu Eins ersetzen konnte?

Oder sollte es doch eine andere Batterie werden?

Nach langer Recherche und Studium etlicher „Fachmeinungen“ zum Thema LiFePO4-Batterien, entschied ich mich für ein Modell der Marke „Bulltron„.
Diese Lithiumbatterie eignet sich nicht nur zum normalen Einbau unter dem Beifahrersitz, sondern es kann auch laut Hersteller auf der Seite liegend montiert werden!

Neben einer Ersparnis von rund 30kg, konnte ich auch meine bisherigen Solarladeregler, Charger und EBL weiterverwenden.
Dank der breiten Spanne an Ladeerhaltungs- und -schlussspannung, brauchte ich meinen CBE 516 nur von Blei auf Gel umzustellen und schon ließ sich meine neue Lithiumbatterie mit integriertem Bluetooth und BMS ins bestehende System einfügen!
Sollte ich mal wieder an einem Stellplatz ohne Landstrom stehen, ist dies auch kein Problem, da die Batterie nun über meine Solarzellen auf dem Dach mit bis zu 4Ah geladen werden kann.
Bei Reisen in Gebiete mit viel Sonnenstrahlen, zum Beispiel in Spanien und Portugal, ist diese Lösung goldwert!

Meine neue Batterie versorgt im Wohnmobil derzeit meinen Raspberry Pi4, den ich als Basis für meinen Home Assistant verwende, meinen Laptop zum Streaming der Reisen und auch alle anderen Energieverbraucher ohne Probleme.

Und das Beste daran: Diese LiFePO4-Batterie ersetzt theoretisch eine 200Ah Bleibatterie!
Warum? Weil eine Lithiumbatterie bis zu 90% der Ladung abgeben kann, ohne Schaden zu nehmen. Das heisst: Mir stehen fast 95Ah zur Verfügung!

Ich konnte unsere letzte Reise nach Portugal komplett ohne Landstrom durchführen und war nicht darauf angewiesen, nach Camping- oder Stellplätzen zu suchen, die Landstrom anboten!
Eine kleine, aber doch wichtige Kostenreduktion, denn Urlaub mit dem Wohnmobil ist nicht gerade günstig.

Weiterer Umbau steht noch an!

Obwohl der Einbau der Lithiumbatterie komplikationslos war und ich auch mit der verbauten Technik zufrieden bin, überlege ich, ob ein Austausch nicht sinnvoll wäre.

Auf längere Sicht möchte ich folgende Geräte ersetzen:

  1. Solarladeregler
  2. Ladebooster
  3. Laderegler 230v
  4. Wechselrichter
  5. LiFePO4 Batterie mit 480Ah

In der Zukunft werde ich vermehrt auf Produkte des Herstellers Victron setzen, aufgrund der möglichen Einbindung in Home Assistant via Bluetooth.
Dadurch kann ich alle Abläufe in meinem SmartHome im Wohnmobil fernsteuern und plastisch darstellen.

Solarladeregler

Der Solarladeregler „MPPT 150 | 45A“ von Victron kann eine maximale von 650Wp bei 12v verarbeiten und liefert einen maximalen Ladestrom von 45A.
Insbesondere im Hinblick auf die Lithiumbatterie mit 480Ah, wäre eine maximale Ladung innerhalb von theoretisch 10 Stunden erreicht. Wenn man mit dem Wohnmobil irgendwo autark stehen möchte, kann man dadurch auf jeden Landstrom verzichten und Geräte wie die Klimaanlage und andere Verbraucher laufen lassen, ohne sich Sorgen über genug Strom machen zu müssen.

Ladebooster

Der Ladebooster „Orion-Tr Smart 12/12v 30A“ des Markenherstellers Victron wird benutzt, um sowohl die Aufbaubatterie im Wohnmobil, als auch die Bordbatterie des Fahrzeugs zu laden.
Dazu muss man nur das Fahrzeug bewegen und schon werden die Batterien wie von Zauberhand wieder aufgeladen!

Aber Achtung: Die Kabelquerschnitte müssen unbedingt eingehalten werden! Dicker ist natürlich besser.
Dieser Ladebooster kann auch bei modernen Lichtmaschinen für die Euro 6 Norm verwendet werden.
Und mit 30A Ladeleistung, bietet dieses Gerät mehr als genug Power!

Laderegler 230v

Der Laderegler „Blue Smart IP 22 12v | 30A mit 3 Ausgängen“ bietet einen 7-stufigen Algorithmus, welches ein längeres Batterieleben durch eine gesunde Ladung ermöglicht. Neben der Bedienung des Gerätes mittels Bluetooth, kann über die App auch die Ladung der Batterie überwacht werden.

Steht man nun an Landstrom, so liefert das Gerät mit 30A mehr als genug Strom für alle Energieverbraucher und hat immer noch genug Reserven.

Dank der 3 Ausgänge, kann auch die Fahrzeugbatterie direkt mit geladen werden.
Wenn das Lüftergeräusch nachts stören sollte, keine Bange! Mit der App kann auch ein lüfterloser und somit geräuschloser Nachtbetrieb eingestellt werden!

Dieser Laderegler von Victron ist das ideale Ersatzladegerät für das CBE 516, wie es zum Beispiel in meinem Wohnmobil verbaut ist.

Wechselrichter

Man hat im Wohnmobil eine Waschmaschine verbaut, aber diese braucht 230v für den Betrieb und man steht autark? Oder man möchte den mitgebrauchten Staubsauger nutzen, weil der Partner den ganzen Sand vom Strand mitgebracht hat?

Kein Problem! Einfach den „3000VA Phoenix Inverter Smart 12v mit Eco-Modus“ verbauen und schon kann man aus 12v der Bordbatterie ganz schnell 230v machen!

Selbst der Betrieb eines Beamers an geselligen Abenden oder eine Runde PlayStation zocken – dieser Wechselrichter macht es möglich!

Das nur 19kg schwere Wunderwerk der Technik liefert garantierte 2400W Dauerleistung . Damit kann man auch die Klimaanlage auf dem Dach bei höchsten Außentemperaturen im Dauerbetrieb auf maximaler Kühlleistung laufen lassen!

Kosten des Umbaus

Schaut man sich die Kosten meines geplanten Umbaus an, so komme ich auf eine Summe von fast 2000€ ohne Batterie. Mit Batterie auf 6070€.
Wer lange Zeit autark stehen möchte oder in Gefilden ohne Zivilisation unterwegs ist, kann sich gerne an meiner Liste orientieren.

Mit meiner Auswahl ist man bestens versorgt!

In diesem Sinne:

Allseits gute Fahrt!

Letzte Aktualisierung am 3.04.2025 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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